Sprungmarken

Servicenavigation

Hauptnavigation

Sie sind hier:

Hauptinhalt

7. Projekttag des LSmZ 2016

"Strukturelle Diskriminierung in Universität und Schule"

Moderation: Sibel Parlak (Netzwerksprecherin des LSmZ)

Das Netzwerk Lehramtsstudierende mit Zuwanderungsgeschichte (LSmZ) hat in diesem Jahr seinen 7. Projekttag veranstaltet. Am Montag, den 14.11.2016 haben das LSmZ, in Kooperation mit der Fakultät Kulturwissenschaften der TU Dortmund und dem Projekt Lehrkräfte mit Zuwanderungsgeschichte (LmZ), Lehramtsstudierende und Interessenten verschiedener Fachrichtungen im Internationalen Begegnungszentrum (IBZ) der Universität Dortmund empfangen.

PT 16 Bild 1

Nach der Eröffnung des Projekttags durch den Dekan der Fakultät Kulturwissenschaften Prof. Dr. Gerold Sedlmeyer, der anschließenden Begrüßungsrede durch Herrn Prof. Dr. Walter Grünzweig (Wissenschaftlicher Berater des LSmZ und Vorsitzender der Dortmunder Bildungskommission) und Herrn Ahmet Atasoy (Landeskoordinator des LmZ) führte Dana Renner (Netzwerksprecherin des LSmZ) die Teilnehmer*innen in das Projekttagthema ein.

PT 16 Bild 2PT 16 Bild 3
       

Dana Renner richtete in ihrer Themeneinführung den Fokus auf das deutsche Bildungssystem, dessen Konnektivität mit dem Grundgesetz sie teilweise in Frage stellte. In diesem Zusammenhang machte die neue Netzwerksprecherin auf die steigende Anzahl der Schüler*innen mit Zuwanderungsgeschichte aufmerksam. Sie erinnerte insbesondere die Lehramtsstudierenden an ihre Verantwortung für den Umgang und ihre Arbeit mit der (kulturell) heterogenen Schülerschaft in ihrer späteren Tätigkeit als Lehrer oder Lehrerin. Die Auseinandersetzung mit dem Themenfeld der strukturellen Diskriminierung beschrieb sie als unabdinglich, um mögliche strukturelle Nachteile im System erkennen und diesen entgegnen zu können.

PT 2016 Bild 4PT 2016 Bild 5PT 2016 Bild 6

Einen inhaltlichen Einstieg ermöglichte den Teilnehmer*innen Herr Wilhelm Berghan (Wissenschaftliche Hilfskraft im Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der FH Bielefeld). In einer aktuellen Studie zum Diskriminierungserleben an der Universität, konkret an der Universität Bielefeld, die Berghan am Vormittag vorgestellt hat, kommen Berghan und seine Kolleg*innen (2016) zu dem Schluss, dass die Wahrnehmung, die Universität sei eine Art Schutzraum bzw. (höhere) Bildung schütze vor Diskriminierung, so nicht unterstützt werden kann. Ganz im Gegenteil: Laut den Ergebnissen dieser Studie stellen Kommiliton*innen und Dozent*innen die Quelle von Diskriminierung dar, weshalb die Universität als Einrichtung höherer Bildung ein zentrales Hindernis für die Entfaltung und Erreichung von Zielen sein kann.

PT 2016 Bild 7

Im Anschluss daran setzten sich Herr Hans-Karl Eder (Schulleiter und Schulentwicklungsberater im Schulministerium NRW), Frau Mariam Daioleslam (Lehrerin und LaKi-Mitarbeiterin im AK Herkunftssprachlicher Unterricht, Islam und Schule) und Herr Ahmet Atasoy (ehem. Lehrer und Landeskoordinator LmZ) in einer 60-minütigen Podiumsdiskussion, die unter der Leitung von Habib Güneşli (Netzwerksprecher des LSmZ) erfolgte, mit den verschiedenen Facetten des Projekttagthemas auseinander. Konsens bestand zwischen den Diskutanten insbesondere darin, dass strukturell diskriminierenden Mustern durch kritische Selbstreflexion, interkulturelle Öffnung und der Akzeptanz und Überwindung von Ungleichheit nach und nach begegnet werden können.

PT 2016 Bild 8PT 2016 Bild 9PT 2016 Bild 10

Nach der Mittagspause hatten die Teilnehmer*innen die Gelegenheit in Kleingruppen in einem von drei Workshops das Thema der strukturellen Diskriminierung in Universität und Schule zu vertiefen. In Workshop 1 behandelten Mariam Daioleslam und David Torres Kaatz das Thema des diesjährigen Projekttags im Zusammenhang von Demokratie und Gleichheit in der Schule der Vielfalt. In Workshop 2 hatten die Teilnehmer*innen die Möglichkeit über die praktische Theaterpädagogik (z.B. Forumtheater) mit Frau Sarah Jasinszcak und ihrer Praktikantin ein Mittel gegen Diskriminierung in Universität und Schule unmittelbar zu erproben. In Workshop 3 haben drei Schulsozialarbeiterinnen aus Dortmund den Interessenten ihr Kooperationsprojekt vorgestellt und sie für das Thema der strukturellen Diskriminierung ein Stück weit sensibilisiert. Abschließend wurden die Inhalte der Workshops durch die Teilnehmer*innen zusammenfassend in einer lockeren Runde vorgestellt.