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Kompetenzselbstkonzepte

Kompetenzselbstkonzepte

Die subjektiven oder "gefühlten" Kompetenzen vor der Theorie-Praxis-Phase werden durch sechs zu Skalen (Standards) zusammengefasste Aussagen erho­ben. Sie bilden kein direkt beobachtbares Verhalten ab, sondern stellen Kom­petenzselbstkonzepte dar. Dabei sollen die befragten Studierenden anhand von "ich kann …"-Items einschätzen, inwieweit sie glauben, die genannten Kompetenzen bereits erworben zu haben. Durch die "can-do"-Items wird hier bewusst eine Vermischung von Persönlichkeitsmerkmalen einerseits mit auch andernorts erworbenen Kompetenzen zugelassen; es geht hier nicht um eine Bewertung des vorangegangenen Studiums, sondern um das Erfassen der Ausgangslage vor der Theorie- Praxis-Phase als baseline.

Bei dem Versuch der Messung von Kompetenzen durch individuelle Selbstein­schätzungen ist davon auszugehen, dass nicht tatsächlich die ohnehin nur als latent vorzustellenden Kompetenzen und auch nicht die beobachtbaren Per­formanzen durch die Selbstbeurteilungen erfasst werden, sondern — auf indi­vidueller Ebene — das "Selbstkonzept der eigenen Kompetenz(en)". Von ihm ist nicht bekannt, in welchem Maße es mit der tatsächlichen (latenten) Kom­petenz und mit der beobachtbaren – aber nicht ökonomisch messbaren – Performanz übereinstimmt. Dies stellt zwar einerseits neue Ansprüche an die Kompetenzmessung an sich, schmälert die anhand von Selbsteinschätzungen durchgeführten Erhebungen jedoch in keinster Weise, da es unter anderen diese Kompetenzselbstkonzepte sind, die im Beruf als Motoren aktuellen Han­delns fungieren werden – denn da, wo von potentiellen Akteuren keine Kom­petenz angenommen wird, wird Handlung im Dienst der Misserfolgs-Mini­mierung vermieden werden. Gemessen allerdings wird etwas anderes als Kompetenz. Ausbildungsziel der ersten Phase der Lehrerbildung ist nun aller­dings auch nicht das tatsächliche Lehrerhandeln, sondern vielmehr das Ver­trauen, mit dem ein Absolvent ausgestattet sein wird, performant zu werden. Für Evaluationen in der Lehrerbildung und bei der Frage der Wirksamkeit ein­zelner ihrer Elemente ist es demnach sinnvoll der Frage nachzugehen, ob und wie dieses "Andere", das "Kompetenzselbstkonzept" im Laufe der universitären Ausbildung realitätsnah gefördert und stabilisiert werden kann.